Jasper goes Zugspitze...

Einmal Zugspitze und zurück... unser Zugspitz Dogtrekking 2015



Schon am Donnerstag war ich nur noch am rumwuseln - ja nichts Wichtiges vergessen und am Ende in den Bergen stehen und dumm aus der Wäsche schauen. Außerdem musste ich noch die Entscheidung fällen ob das Ersatzrad (Jasper) mitkommen darf oder nicht. Bei der Generalprobe im Elbsandsteingebirge am Sonntag zuvor war er doch recht schnell an seine Grenzen gestoßen. Auch das Dachstein DT hatte gezeigt, dass seine Pfoten nicht gut mit dem Kalkstein in alpinen Regionen zurechtkommen. Doch ich gab ihm die Chance sich nochmal unter Beweis zu stellen und beschloss letztlich doch ihn mitzunehmen (incl. allen Booties, die ich auf die schnelle noch irgendwo auftreiben konnte). Auch Boscaille hatte,...

 ...nach einer leichten Lahmheit in der Woche zuvor, das tierärztliche OK bekommen. Nach einer kurzen Nacht pellte ich mich um acht aus den Federn um noch ein paar letzte Handgriffe zu tun (Duschen, nachschauen ob die Batterien der Stirnlampe noch stark genug sind, Pfannkuchen machen, nochmal zur Sicherheit die Stirnlampe testen, etwas verkohlte Pfannkuchen endlich mal wenden, 1. Hilfe- Set checken, Autoverpflegung richten, beschließen doch lieber neben der Pfanne stehen zu bleiben um wenigstens noch ein halbwegs verwertbares Ergebnis zu erzielen, nachsehen ob wirklich alle verfügbaren Booties eingepackt sind, kurz in Panik verfallen, weil nur noch eine halbe Stunde Zeit ist... das Übliche eben. Nebenbei frühstücken und FB-Nachrichten aktualisieren - es könnte sich ja was ändern.

Fast pünktlich schleppte ich dann meinen ganzen Kram Richtung Hundehänger und begann schon mal damit, das Teil zu bestücken. Gegen 10.10 Uhr trudelten dann auch Anja und Sarah mit dem Auto ein. Es folgten noch 5 min umsortieren, bis alles an Gepäck, Mensch und Hund verstaut war und dann ging es endlich Richtung Grainau. Bis auf etwas Stau bei München kamen wir gut durch und erreichten gegen 17.00 Uhr das Basecamp auf dem Zeltplatz Grainau. Von dort hatte man bereits einen genialen Blick auf das Wettersteinmassiv und die Zugspitze. Einige bekannte Gesichter waren schon da und es folgte eine herzliche Begrüßung. Getrübt wurde die Freude auf meiner Seite nur durch beginnende Migränekopfschmerzen, die den Zeltaufbau doch sehr unangenehm gestalteten. Die hohen Temperaturen taten ihr Übriges. Die Ausgabe der Startunterlagen/ T-Shirts bekam ich leider nur am Rande mit. Die eingeschmissenen Ibo 600 zeigte jedoch bald Wirkung und so konnte ich mich doch noch ein wenig zu den Anderen setzen und den kommenden Tag bequatschen. Es stellte sich heraus, dass die Zahl derer, die sich dem Trekking stellen wollten doch überschaubar war. Wir beschlossen mit Udo und Gerhard um 00.01 Uhr zu starten und dann unser Tempo zu laufen.

Über die Gespräche war es Abend geworden und ein Blick auf die Uhr prophezeite noch eine maximale Schlafdauer von genau 3 1/2 h. Also wurden noch schnell die Hunde gefüttert, der Rucksack abgespeckt und ab in den Schlafsack. Leider wollte der Schlaf nicht kommen. es war hell, recht laut und das Karussell im Kopf "Du willst morgen 64 km weit laufen und dabei auf den höchsten Berg Deutschlands steigen, du MUSST schlafen!!!" erleichterten das Vorhaben "Schlaf" nicht wirklich. Man döste ein und wachte kurz darauf wieder auf. Auf einmal wurde es draußen ruhig, das zippen von Reißverschlüssen verriet das Auflösen des Grüppchens vorm Zelt. Mir blieb genau so viel Zeit um "Endlich ist es still und ich kann schlafen!" zu denken - da klingelte der Wecker... Glücklicherweise wurde ich nicht, wie Anja, aus einer Tiefschlafphase gerissen und war recht munter.

23.30 Uhr: Aufstehen, in die zurechtgelegten Sachen fallen, Hunde wässern, nochmal aufs Klo, Hunde anschirren - FERTIG. Gerhard stand schon bereit, Tanja stieß mit ihrem Pinscherchen auch zu der wartenden Gruppe und bald darauf auch Anja und Sarah - nur Udo fehlt. Gerhard ist da aber schon voll informiert - der kommt nach. Also sind wir vollzählig.

 

00.10 Uhr ES GEHT LOS!!! Das Abenteuer kann beginnen. Die Hunde legten sich gleich voll motiviert ins Geschirr, hatten tags zuvor ja auch nur im Auto gehockt. Gleich an der ersten Abbiegung haben wir uns eine kleine Sackgasse angeschaut und mussten umkehren. Dann ging es durch ein Wohngebiet Richtung Berge, die allerdings nur als dunkle Schemen zu erahnen waren. Ein atemberaubender Sternenhimmel leuchtete über uns. Schon auf den ersten Kilometern trennte sich unser Grüppchen. Wir ließen Sarah, Gerhard und Tanja hinter uns und nur das suchscheinwerferartige Aufstrahlen von Gerhards Superkopflampe (Hirnbinderl) verriet, dass sie nicht allzu weit hinter uns waren. Recht bald erreichten wir einen Fluss dem entlang wir Richtung Höllentalklamm folgten. Das Gelände wurde zunehmend steiler. Diesen Anstieg flogen wir gefühlt hinauf - die Hunde arbeiteten (die nächtlichen Gerüche in der Nase) ordentlich mit. Mit dem Einstieg in die Höllentalklamm glaubte man dann eine andere Welt zu betreten - auch wenn man das wahre Ausmaß an wilder Schönheit im Dunkeln nur erahnen konnte - hatte es gerade dadurch einen ganz eigenen Reiz. Hier begegneten uns auch zwei Kletterer ("Oh, schau mal! Noch mehr Irre, die im Dunkeln durch die Berge stiefeln!"). Angeblich macht man in der Klamm ganz gut Höhenmeter - davon bemerkt man aber nix. Die Brücken, Stege, Höhlen und Wasserfälle lenken da irgendwie ab.

Doch auch nach der Klamm war es lange nicht vorbei mit dem Zauber. Im Licht der Stirnlampe leuchteten uns die taunassen Blattunterseiten von (vermutlich) Blaubeerbüschen entgegen. der Aufstieg zu den Knappenhäusern lief sich wieder einfach weg - hier sahen wir dann zum letzten Mal eine Stirnlampe zu uns hochfunzeln.

Der Abzweig zur Hochalm war gut ausgeschildert und bald überschritten wir das Hupfleitenjoch. Dort strahlte uns die Mondsichel entgegen, aber ein ganz leichter roter Schimmer ließ bereits den Morgen erahnen. Jetzt folgte der Abstieg zur Hochalm und somit zum ersten Checkpoint. Trotz Dunkelheit fanden wir den Steinhaufen problemlos und rissen 03.30 Uhr die entsprechenden Seiten aus Herrmann Hesses gesammelten Werken (Ein großes Vergnügen meinerseits - was habe ich "Unterm Rad" zu Schulzeiten gehasst).

Da alle Beteiligten noch fit waren, ging es ohne großen Aufenthalt weiter. Nach einem ordentlichen Abstieg, während dem der Horizont immer heller wurde, erreichten wir den Bernadeinsteig unterhalb der Baumgrenze. Der Sonnenaufgang blieb uns daher leider verwehrt. Ein wunderschöner Pfad schlängelte sich hier durch Wald Richtung Bockhütte. Auf einmal quiekte Jasper auf und fing an die eine Hinterpfote zu schonen - ein kurzer Check zeigte, dass die Ballen langsam anfingen hell zu werden. Ich hatte damit gerechnet, allerdings noch nicht so früh. Er bekam umgehend Booties drauf und lief danach wieder normal - glücklicherweise ist er ein kleines Mimöschen und zeigt sofort an, wenn etwas nicht ok ist. Langsam merkte ich bei mir auch, dass ich die Nacht nur sehr wenig geschlafen hatte. Zum Glück war die Bockhütte nicht mehr weit entfernt, denn dort wollten wir die erste Pause machen und was essen. Gesagt, getan, da tauchte sie auch schon zwischen den Bäumen auf.

Der 2. Checkpoint war auch fix gefunden und die Hunde konnten sich in der Partnach erfrischen und bekamen auch einen kleinen Snack gereicht. Nach einer erneuten Pfotenüberprüfung bekam Boscaille an die Hinterpfoten ebenfalls Booties. Das bekloppte Malitier würde nämlich auch auf Stümpfen noch weiter zerren. Während der Pause überkam mich ein unangenehmer früh-kalt-übermüdet Schüttelfrost - mein Kreislauf war um 05.00 Uhr komplett am Boden. Mit einem guten Schluck Matebrause mit extra Koffein und einem Lolli pegelte sich das Ganze aber wieder gut ein. Hier unten trafen wir dann auch die ersten Wanderer des Tages an- bei denen sollte es nicht bleiben...

Recht schnell brachen wir reintalaufwärts auf. Die wunderschöne Landschaft in der immer höher aufsteigenden Sonne ließen dann auch den Rest von Müdigkeit aus meinen Knochen verfliegen. Das bimmeln einer Schafherde vom anderen Ufer begleitete uns auf dem Weg, vorbei an glasklaren Kalksteinpools, einem Wasserfall und immer wieder vereinzelten Wanderern. An der Reintalangerhütte füllten wir gegen 7.00 Uhr nochmal die Wasserflaschen auf und ließen die Hunde saufen. Die Karte zeigte uns den Anstieg zur Knorrhütte direkt voraus. Als wir uns näherten waren dort, wo unser Weg langführte überall bunte Flecke zu sehen- bei näherer Betrachtung bestätigte sich unsere Befürchtung: Menschen! Aus und vorbei mit den einsamen Wegen. Hier ist Touristengebiet! Quälend langsam schoben sich Wandergruppen den Berg hinauf. Allerdings wurde uns meist bereitwillig Platz gemacht. Nur ein älterer Herr fühlte sich bemüßigt uns über das Auffangen von Hundeurin in Plastiktüten aufzuklären ("Kackt der dahin!?" "Nein der pinkelt nur..." "Haben sie eine Plastetüte mit!?" wtf???? ) .

Um 9.00 Uhr erreichten wir die Knorrhütte und entschieden uns für die mittlere Terrasse zum rasten, banden die Hunde im Schatten an und Anja organisierte zwei Tassen Kaffee. Die Hunde bekamen ihr wohlverdientes Stück Pansen und dösten vor sich hin. Nach und nach trafen dann auch die ganzen Wandergruppen ein und fühlten sich bemüßigt auch unbedingt ALLE auf der mittleren Terrasse sitzen zu müssen. Ich war die ganze Zeit nur am Schauen, dass keiner auf irgendwelche Hundeextremitäten tritt.

Nach einem ausgiebigen Frühstück, einer allgemeinen Lagebesprechung (Fazit: bei Allen alles gut) und einem Blick in die Karte machten wir uns auf Richtung Gipfel. Uns stand ja noch DAS GERÖLLFELD (schon beim Dachstein DT schwebte es als große schwarze Wolke über dem Vorhaben Zugspitze) bevor. Anhand der Karte erwarteten wir, dass ES bald nach der Knorrhütte beginnen würde und sich bis zum Klettersteig zieht. Vorbei an, in Anbetracht der Hunde doch sehr wagemutigen Schafen, ging es dann recht entspannt über allerlei Geröll und Schneefelder gen Zugspitzblatt. Und dann lag es plötzlich vor uns... die kleinen Pünktchen darauf ließen keinen Zweifel zu. Das, was da steil nach oben geht und nur aus losem Gesteinsschutt besteht, sich schier endlos nach oben zieht, musste bezwungen werden.

Kurzes Kräftesammeln und Wasseraufnahme unten und los ging es. Hunde von der Leine, die mit beneidenswerter Eleganz vorweg liefen und ich hinterher. Allrad hat schon was, dachte ich mir, und krabbelte wie Anja vor mir auch, auf allen Vieren hoch. Das Ende war dann doch erstaunlich schnell erreicht. Den Checkpoint verpassten wir im Gewusel der anderen Wanderer um uns herum und beschlossen ihn auf dem Rückweg zu suchen. Das letzte Stück, der Klettersteig, war eine angenehme Abwechslung, da man auch die Arme mal zum Vorrankommen mitbenutzen konnte. Leider war es schlichtweg überfüllt. Ich machte den Fehler einen entgegenkommenden Wanderer vorbeilassen zu wollen und wurde sofort von nachrückenden Leuten überholt. Ich steckte also erstmal fest. Endlich ergab sich eine Lücke und ich konnte mich wieder in den fließenden Verkehr einreihen und überholte, dann auch recht schnell wieder die Drängler und erreichte den Grat. Dort saß Anja schon, machte Fotos und versuchte erfolgreich ihre Höhenangst zu ignorieren.

Zusammen kraxelten wir dann die letzten Meter und Stufen zum Münchener Haus, zur Plattform, rauf. 11.54 Uhr schickte ich eine Rund-SMS an ein paar wichtige Menschen ab. Fast genau 12h ab Start haben wir bis rauf gebraucht- uff.

Das Touriaufkommen war dort oben allerdings sehr hoch. Zahlreiche Fragen "Sind die Hunde WIRKLICH hier raufgelaufen?", "Darf man die streicheln?" und fachmännische Kommentare "Das ist ein Ridgeback, ganz sicher!" (zur Boscaille), sowie einem kurzen Klobesuch später wagten wir uns an den Abstieg. Der verlief erstaunlich gut, das vieltrainierte "Hinten" Kommando erleichtert solche Passagen enorm. Am Fuß des Klettersteigs fanden wir auch den Checkpoint. Das Geröllfeld ließ sich abwärts erstaunlich gut laufen. Auf den letzten Metern kam uns Udo entgegen - abgelenkt jemand Bekanntes zu sehen - verlor ich prompt den Gripp und legte diesen letzten Abschnitt auf dem Hintern zurück. Es ist doch erstaunlich, wieviel Gehirnkapazität in schwierigem Gelände mit der Koordination der Füße beschäftigt ist.

Nach einem kurzen Plausch trennten sich unsere Wege wieder und wir begaben uns auf den Rückweg zur Knorrhütte. Dabei trafen wir noch auf Tanja - das Übliche - kurzer Plausch wer hat wen, wann, wo gesehen und weiter gings. Zurück auf der Knorrhütte gabs erstmal ein Ingwerwasser für Anja und ein Radler für mich - das hatten wir uns verdient. Die Hunde bekamen ein extra großes Stück Pansen und rollten sich bald im Schatten zusammen. Wir saßen da und konnten es noch gar nicht wirklich fassen - wir hatten es geschafft, wir waren oben - hatten zeittechnisch alles richtig gemacht. Die heiße Mittagszeit im kühlen hochalpinen Bereich verbracht. Als wir langsam wieder aufbrechen wollten, trudelte auch Udo an der Hütte ein - das letzte Mal an dem Tag, dass wir jemanden aus dem Teilnehmerfeld trafen.

Der Weg zum Steinmännchenfriedhof, dem letzten Checkpoint, flog nur so dahin. Die ganze Zeit hatte man einen fantastischen Blick ins Reintal und auf die umliegenden Berghänge. Die Hunde, inzwischen mit der zweiten Garnitur Booties, arbeiteten noch immer voll motiviert. Das letzte Mal Seiten aus Hesses Werken entfernen und ab übers Gatterl nach Österreich.

Dort erwarteten uns grüne Weiden und man hörte das ein oder andere Murmeltier einen Warnpfiff ausstoßen. Auf diesem Streckenabschnitt gab es noch den ein oder anderen kleinen Anstieg, aber es ging doch kontinuierlich bergab. Vorbei an der Ehrwaldalm - uns ließen die Kühe zum Glück unbehelligt - kamen wir langsam wieder in bewaldetes Gebiet. Über den Wiessteig und den Koppensteig näherten wir uns langsam aber sicher dem letzten großen Anstieg. Die Sonne stand schon deutlich tiefer und den Hunden merkte man die letzten Stunden auch langsam an. Im Tal war es doch deutlich wärmer. Boscaille hatte auf den Steigen nochmal wie bescheuert gezogen und ihr sackte bei einem Anstieg plötzlich die Hinterhand weg. Das war ein ordentlicher Schockmoment - sie schien aber keine Schmerzen zu haben, saß nur auf ihrem Arsch und wunderte sich. Wir machten sofort eine Pause und da merkte auch ich, wie mir die Müdigkeit wieder in die Knochen kroch. Nach einem eingehenden Studium der Karte beschlossen wir dann nicht über das Joch zu gehen, sondern den etwas längeren, aber deutlich flacheren Weg über den Schützensteig zu nehmen.



Boscaille stand nach der Pause auch sofort wieder auf als sei nichts gewesen und wir liefen weiter Richtung Gamsalm. Dort ging es über eine Wiese nochmal straff bergauf, begleitet von unzähligen Bremsen und Hüttengaudi auf der Gamsalm. Aber da wir uns gegen das Joch entschieden hatten bogen wir bald nach links ab und erreichten nach einem kurzen, steilen Abhang den Schützensteig, der uns zum letzten großen Abstieg führen sollte. Im letzten Licht des Tages konnten wir vom Eibseeblick noch einen Blick ins Tal werfen.

Der Abstieg war dann auch noch wegen Baumfällarbeiten gesperrt - aber naja, Stirnlampen raus und Abenteuer! Es lagen aber letztlich nur zwei Bäume quer- und wir kamen zügig voran. Am Parkplatz Eibsee herrschte dann schon tiefe Dunkelheit. Jasper und Boscaille steuerten zielgerichtet auf das Auto zu, dass dort auf dem Parkplatz stand - leider musste ich ihre Hoffnungen enttäuschen. Nach einer kurzen Orientierungsphase entschieden wir uns für den Höhenweg Richtung Höllental - den konnten wir auch streckenweise rennen. Den ersten Abzweig Richtung Obergrainau ignorierten wir blöderweise, da es laut Karte später einen weiteren Abstieg ins Dorf geben sollte. Der breite Weg wurde zu einem schmalen Pfad und der Abzweig war nicht auffindbar. Also umkehren und zurück zum vorherigen Abzweig - denn was wäre ein Trekking ohne den ein oder anderen Extrakilometer. Nachdem wir dann den Weg nach Obergrainau eingeschlagen hatten wurde es erst recht verwirrend. Weder GPS noch Karte konnten zuverlässig Auskunft geben. Der breite Hauptweg war genauso breit eingezeichnet, wie der zugewachsene Minipfad, für den wir uns dann entschieden (Abenteuer und so). Erstaunlich war, wie viel Energie man freisetzt wenn man endlich das Ziel erreichen will...

Endlich schimmerten die Lichter von Obergrainau vor uns. Teils laufend teils gehend ging es die letzten Kilometer an der Straße entlang. Die Stadthunde "Juhu endlich Asphalt!" legten sich nochmal ins Zeug.

Um 00.30 Uhr nach 24h und 20min, 72,5km und 4598hm erreichten wir dann das Basislager. Auf dem Parkplatz trafen wir zwei weitere Spätrückkehrer vom DH. Unser Empfangskomitee bestand aus zwei sich leise unterhaltenden Leutchens, die die Ankunftszeit notierten. Nix mit Blaskapelle und so... ;-) Der Rest schlief schon selig in den Zelten.

Das konnte uns das Feierabendbierchen(Caro)/Weinchen (Anja) aber nicht verderben. Nachdem die Hunde versorgt und ins Zelt zum wohlverdienten Schlaf gebracht waren, saßen wir noch ein Stündchen und ließen den Tag Revue passieren. Ganz fassen konnten wir es immer noch nicht - wir hatten es geschafft: Wir waren ganz offiziell bekloppt :-)

Die Sonne holte uns am Morgen dann schon gegen sieben aus den Schlafsäcken. Der Tag startete gemütlich mit Frühstück und Erzählen und den Erzählungen der Anderen lauschen. Dann gab es noch die Urkunden und langsam aber sicher löste sich die Runde auf.

Gegen Mittag starteten auch wir wieder Richtung Leipzig. Im Gepäck müde und zufriedene Hunde, unglaubliche Erlebnisse, neue Bekanntschaften und noch unendlich viel mehr.

Danke Bernd für dieses tolle Erlebnis!

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